Foto-Ausstellung

Leben in der Zukunft von gestern

Heute sind qualmende Schlote und tief fliegende Briketts längst Geschichte, nur noch atlantische Tief-Ausläufer können den Himmel über der Ruhr davon abhalten, blau zu machen.
Heute sind qualmende Schlote und tief fliegende Briketts längst Geschichte, nur noch atlantische Tief-Ausläufer können den Himmel über der Ruhr davon abhalten, blau zu machen.
Foto: Chargesheimer, aus dem Projekt „Im Ruhrgebiet“, 1957/1958, Rheinisches Bildarchiv Köln

Die schwärmerischen Worte der Revier-Besucher darüber, wie schön grün es hier doch ist, kommen uns fast schon wieder zu den Ohren heraus – so selbstverständlich, so vertraut ist uns das neue Ruhrgebiet geworden. Dort sieht es an vielen Stellen aus wie überall.

Wer die Fotos vom alten Ruhrgebiet sieht, wie sie das Essener Ruhrmuseum jetzt wieder zeigt, sieht zweierlei: Den Dreck, den Qualm und ja, auch die Armut, die wir nur allzu gern hinter uns gelassen haben. Und: Die knorrigen Typen mit ihren „Stößchen“ und „Likörchen“ in der Kneipe, die tapferen Malocher, die patenten Frauen und die findigen Kinder, die mit so wenig zufrieden, ja glücklich waren.

Heute sind qualmende Schlote und tief fliegende Briketts längst Geschichte, nur noch atlantische Tief-Ausläufer können den Himmel über der Ruhr davon abhalten, blau zu machen. Und die schwärmerischen Worte der Revier-Besucher darüber, wie schön grün es hier doch ist, kommen uns fast schon wieder zu den Ohren heraus – so selbstverständlich, so vertraut ist uns das neue Ruhrgebiet geworden. Dort sieht es an vielen Stellen aus wie überall. Aber das ist kein Grund, sich zu den Zechen, Kolonien und Schloten von einst zurückzusehnen. Schließlich haben sie damals im alten Revier die Ärmel für eine bessere Zukunft aufgekrempelt. Darin leben wir jetzt. Und vielleicht sehnen wir uns heute vor allem danach, dass so etwas wie Ärmelaufkrempeln noch hilft.

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