Krisenmomente gehören auch dazu

Eltern sind auf Dauer nicht prinzipiell glücklicher als Kinderlose.
Eltern sind auf Dauer nicht prinzipiell glücklicher als Kinderlose.
Foto: getty

Es gibt Mütter, die sind pausenlos glückliche Mütter. Zumindest wirken sie so: Gelassen, kraftvoll und immer lächelnd steuern sie den Familientanker durch Untiefen und schwere See. Sie wollten Kinder, sie haben Kinder – und sie bereuen nichts.

Und dann gibt es all die anderen Mütter. Teilzeit-Glückliche, Halbtags-Entspannte. Frauen, die nach einem langen Tag aufs Sofa fallen und sich den Gedanken erlauben, wie das Leben ohne Kinder wäre.

Mehr Selbstbestimmung, weniger Verantwortung, weniger Sorge. Und die ihrer besten Freundin stecken: Es gibt Tage, da wünsche ich mir mein altes Leben zurück.

Eltern nicht prinzipiell glücklicher als Kinderlose

Es ist banal – aber auch das ist längst durch Studien belegt: Eltern sind auf Dauer nicht prinzipiell glücklicher als Kinderlose. Wer Kinder hat und nicht ständig innerlich vor Freude über sein Lebensmodell glüht, muss sich also deshalb noch keine Sorgen machen.

Es ist sogar gut, über Zweifel nachzudenken und zu reden: Zu jeder großen Lebensentscheidung gehören Krisenmomente: War es wirklich richtig? Wer würde ich heute sein, ohne Kinder? Es wäre seltsam, wenn ausgerechnet bei der Entscheidung für Kinder alles von Anfang bis Ende rosarot wäre.

Wer sich Zweifel nicht erlaubt, wer niemanden zum Reden findet, verbraucht nicht nur unnötig Kraft, um die Fassade der glücklichen Elternschaft aufrecht zu halten, er verpasst auch die Chance, Sachen zu ändern. Was war denn so schön am alten Leben? Die Freiheit?

Bitteschön: Freiheiten kann man organisieren. Die Sorglosigkeit? Dann los: Verantwortung kann man teilen. Einfach mal versuchen.