Koalition muss liefern - von Wilfried Goebels

Wird erneut diskutiert: Beschäftigte, die fit sind, sollten die Möglichkeit haben, länger arbeiten zu können.
Wird erneut diskutiert: Beschäftigte, die fit sind, sollten die Möglichkeit haben, länger arbeiten zu können.
Foto: dpa
Frank-Jürgen Weise plädiert für eine Liberalisierung des Renteneintrittsalters. CDU-Mann Laumann fordert Anreize, damit Ältere länger arbeiten.

Wenn es möglich ist, nach 45 Beitragsjahren schon mit 63 in Rente zu gehen, dann sollte es auch möglich sein, freiwillig nach dem regulären Ruhestandsalter weiter zu arbeiten und dafür einen Renten-Bonus zu erwerben.

Die unterschiedlichen Interessen, Lebenspläne und gesundheitlichen Möglichkeiten der Rentner passen nicht in eine einheitliche Stichtagsregelung, deshalb ist die Forderung nach einer Flexi-Rente nur konsequent.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 hatte nur deshalb eine Mehrheit im Bundestag gefunden, weil die Koalition auch das freiwillige längere Arbeiten im Alter erleichtern wollte. Jetzt muss die Regierung liefern.

Umstritten ist, wie viel Sozialversicherung die Firma für Rentner zahlen soll, die länger arbeiten wollen. Warum sollte ein Betrieb noch in die Arbeitslosenversicherung einzahlen? Und warum erhält ein Rentner bislang keine Aufstockung der Rente, obwohl der Arbeitgeber für den Mitarbeiter Rentenbeiträge abführt?

Rüstige Rentner werden gebraucht

In 139 von 615 Berufsgruppen herrscht bereits Fachkräftemangel. Gleichzeitig entspringt es dem Wunsch vieler Rentner, beruflich länger aktiv zu bleiben. Durch den Abbau arbeitsrechtlicher Hemmnisse würde sich die Sache für Firmen wie Senioren lohnen.

Dabei steckt der Teufel im Detail: Würden die Sozialabgaben des Arbeitgebers für Rentner in die Rentenversicherung gestrichen, wären die Sozialkosten für jüngere Mitarbeiter höher als für Rentner. Das aber wäre mit Blick auf den Fachkräftemangel kontraproduktiv. Die Lösung: Der Arbeitgeber zahlt weiter in die Rentenkasse ein – der Rentner kassiert den Bonus.