Kliniken in der Vertrauenskrise

Wer ins Krankenhaus geht, will gesund werden. Oder zumindest weniger leiden als vorher. Er will weder die Klinikfinanzen retten noch Dinge mit nach Hause nehmen, die er dort nicht haben will: Klinikkeime etwa – vom harmlosen Fußpilz bis zum tödlichen Erreger.

Doch genau in diese Richtung steuert das System: Es ist längst mehr als ein Verdacht, dass Patienten in einigen Fällen nur deshalb operiert wurden, weil eine OP Geld in die Krankenhauskasse spült. Und es ist erwiesen, dass die überlebenswichtige Hygiene zu kurz kommt, wenn Pfleger und Ärzte unter höchstem Zeitdruck immer mehr Patienten versorgen müssen. Die wirtschaftliche Krise, in der viele Krankenhäuser stecken, wird schnell zu einer Vertrauenskrise.

Was tun? Die Kassen könnten die Beiträge erhöhen und mehr Geld in Kliniken pumpen. Die Länder könnten mehr Steuergeld locker machen. Dritte Möglichkeit: Gesundschrumpfen! Warum sollen fünf Krankenhäuser an einem Ort alles von der Frühchen-Station bis zur Hüft-OP anbieten – und im Zweifelsfall in keinem der Bereiche wirklich exzellent sein? Es kann sich lohnen, einzelne, nicht ausgelastete Abteilungen oder unrentable Häuser zu schließen und damit unnötige und kostenträchtige Konkurrenzen zu beenden. Das tut mancher Klinik weh – kann am Ende aber Vertrauen zurückholen.