Kindheit in zwei Klassen

Rund 2,2 Millionen Kinder wachsen in Deutschland bei nur einem Elternteil auf. Diese Familien sollen steuerlich stärker entlastet werden.
Rund 2,2 Millionen Kinder wachsen in Deutschland bei nur einem Elternteil auf. Diese Familien sollen steuerlich stärker entlastet werden.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Anhebung des Freibetrags für Alleinerziehende ist seit Jahren überfällig. Alle, die mit ihren Kindern von Hartz IV leben, gehen komplett leer aus.

Was sind 150 Euro im Jahresbudget einer alleinerziehenden Mutter? Drei Paar neue Kinderschuhe zum Beispiel. Oder die Basis-Ausstattung für den ersten Schultag, oder fünfmal Geld für den Babysitter. Rund 150 Euro mehr im Portemonnaie einer Durchschnittsverdienerin – das ist das Steuergeschenk, das Union und SPD den Alleinerziehenden machen wollen.

Die Anhebung des Freibetrags für Alleinerziehende ist seit Jahren überfällig. Mit der Aufstockung auf 1908 Euro werden Durchschnittsverdienerinnen jetzt leicht entlastet. Der Steuervorteil, den viele Paare durch das Ehegattensplitting haben, ist aber nach wie vor ungleich größer.

Hinzu kommt: Die rund 400.000 Alleinerziehenden, die mit ihren Kindern von Hartz IV leben, gehen komplett leer aus – sie profitieren weder von höherem Kindergeld noch von steigenden Freibeträgen. Es gibt ein Wort dafür: Zwei-Klassen-Kindheit.