Väter in Elternzeit

Keine Zeit

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Veränderungen brauchen Zeit. Klar. Den Statistiken zum demografischen Wandel zufolge allerdings hat Südwestfalen diese Zeit nicht mehr. Ebenso wenig die Unternehmen in der Region – jedenfalls nicht, wenn man ihren Klagen über den Fachkräftemangel Glauben schenken darf.

Und deshalb können Arbeitgeber nicht abwarten, bis Väter ihre Ängste vor negativen beruflichen Konsequenzen überwinden – und ihr Recht auf Elternzeit doch irgendwann nachdrücklich einfordern. Stattdessen müssen auch industriell geprägte Betriebe eine Unternehmenskultur aufbauen, die es Männern leicht macht, sich einige Monate Auszeit für die Familie zu nehmen und danach vielleicht in Teilzeit tätig zu sein. Selbst wenn das manchem inhabergeführten kleinen Unternehmen schwer fallen mag.

Keine Mitarbeiter mehr zu bekommen, weil es junge Männer in familienfreundlichere Branchen zieht, dürfte allerdings noch weniger zu verkraften sein. Ebenso wenig, die immer besser ausgebildeten weiblichen Kräfte zu verlieren, weil die sich zu Hause allein um die Kleinen kümmern. Oder weil junge Familien in Regionen ziehen, wo es gesellschaftlich akzeptierter ist, wenn Vater und Mutter in Teilzeit arbeiten, um gemeinsam die Kinder zu versorgen.

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