Keine Alternative mehr

Etwas Gutes hat der Essener Parteitag der AfD ja: Jetzt wissen alle, woran sie sind. Die AfD rückt noch weiter nach rechts; sie ist islamfeindlich, nationalistisch, schürt den Fremdenhass und lehnt den Euro ab. Sie will ein anderes Deutschland, ein anderes Europa. Mitglieder, die noch mit etwas Vernunft gesegnet sind, die sich als Anhänger der Realpolitik sehen, werden die Partei nun verlassen. Die AfD ist keine Alternative mehr für Deutschland.

Bernd Lucke hat den rechten Flügel und dessen Frontfrau Frauke Petry unterschätzt. Weil er es versäumte, die nationalkonservativen Kräfte frühzeitig zu bändigen, muss er nun seinen Hut nehmen und sich von seiner Nachfolgerin als „Galionsfigur der Gründerzeit“ (bedeutet: Du bist von gestern) demütigen lassen.

Lucke wird nun wahrscheinlich eine neue Partei gründen – damit kennt er sich ja aus. Wäre er so konsequent, wie er das in seinen frühen Reden von anderen Politikern immer gefordert hat, müsste er nun auch seinen Sitz im Europaparlament abgeben; für die AfD neuer Couleur kann er dort jedenfalls nicht mehr sprechen.

Klarheit schafft Verständnis, das ist das einzige positive Signal von Essen. Die AfD wird sich weiter radikalisieren. Die AfD ist unwählbar!