Kampf der Städte um Warenhäuser

Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen (im Bild), Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster aufzugeben.
Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen (im Bild), Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster aufzugeben.
Foto: Marcel Kusch/dpa

Städte wie Mönchengladbach und Recklinghausen wollen nicht kampflos hinnehmen, dass sich Karstadt aus ihren Städten verabschiedet. Auch wenn Warenhäuser nicht mehr die Kundenmagneten sein mögen wie in ihrer Blütezeit, sind sie als Anker in den Zentren unverzichtbar.

Das haben die Kommunen erkannt. Obwohl ihre Überschuldung die Spielräume massiv einengt, suchen sie nach Lösungsmöglichkeiten, um Karstadt entgegenzukommen. Denn die Städte wissen, dass viel auf dem Spiel steht.

Warenhaus-Ruinen wie in Herne, Mülheim oder Oberhausen verschärfen noch einmal die Probleme, die der Handel in der City ohnehin schon hat. Auch im Sinne der 200 Arbeitsplätze sollte Karstadt das Angebot aus Recklinghausen ernsthaft prüfen.

Nicht nur den Großen darf geholfen werden

Ganz unumstritten sind die kommunalen Rettungsaktionen für den Warenhauskonzern allerdings nicht. Kleinere Händler, die ebenfalls um ihr Überleben kämpfen, werden die Frage stellen, was die öffentliche Hand für sie tut.

Strauß Innovation hat gerade erst Insolvenz angemeldet. Die Städte dürfen sich nicht dem Verdacht aussetzen, dass sie nur den Großen helfen – auch wenn die Kleinen davon profitieren.

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