Käseglocke verlassen

Der Start für das große Palaver ist gemacht. Der Aufwand ist groß. In über 100 Veranstaltungen wollen sich Kanzlerin Angela Merkel und ihre Minister anhören, was die Bürger unter „gutem Leben“ verstehen. Was auch immer dabei herauskommen wird, repräsentativ wird es kaum sein. Was kann Merkels Kabinett erfahren, was es – zum Beispiel aus Umfragen – nicht längst weiß? Und wäre es nicht ehrlicher und mutiger, auf direkte Demokratie zu setzen?

Die Leute haben ein Gespür dafür, ob sie für eine Inszenierung von Bürgernähe ausgenutzt werden. Aber: So viel Fairness muss sein, dass man erst mal das Ende des Bürgerdialogs abwartet. Ganz allgemein kann es nicht schaden, die Käseglocke zu verlassen.