(K)ein Tänzchen

Was wir bereits wissen
Dass der Privatsender SAT 1 den Actionfilm „Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben“ nicht Karfreitag, sondern erst am Ostersonntag ausgestrahlt hat , mag bei den Programm-Machern schon als ein Beleg eigener Pietät gelten - geschmacklos war es trotzdem.

Dass der Privatsender SAT 1 den Actionfilm „Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben“ nicht Karfreitag, sondern erst am Ostersonntag ausgestrahlt hat (eine Wiederholung gab es dann noch am Ostermontag), mag bei den zuständigen Programm-Machern schon als ein Beleg eigener Pietät gelten - geschmacklos bleibt die Entscheidung dennoch. Aber auch das Erste bewies wenig Fingerspitzengefühl mit der „Tatort“-Folge „Frohe Ostern, Falke“, die am Ostermontag ausgestrahlt wurde: Ein grenzwertig brutales Spektakel in unseligen Hasenkostümen. Dabei sind die Osterfeiertage längst nicht allen Menschen hierzulande egal. Das hat jetzt das Ergebnis einer T-Online-Umfrage ergeben. Dort war das Tanzverbot in öffentlichen Räumen am Karfreitag zur Diskussion gestellt worden, und mehr als 10 000 User gaben dazu ihre Meinung kund. Immerhin 61 Prozent von ihnen befürworten den Tag der Besinnung mit seinen entsprechenden Frohsinn-Einschränkungen. Dagegen wandte sich beispielsweise die Piratenpartei in Stuttgart, die dort demonstrativ zum Tanz auf dem Schlossplatz aufrief. Und die bayerischen Jungliberalen ließen per Anzeige ziemlich scheinheilig wissen: „Wir wollen doch nur tanzen.“ Unterm Strich waren es am Ende aber insgesamt nur 30 Prozent, die sich unbekümmert für eine Tanzfreigabe am Karfreitag aussprachen.