Junge Lehrer müssen um ihre Zukunft bangen

Angehende Gymnasial-Lehrer haben es in diesem Jahr schwer, eine Stelle zu finden.
Angehende Gymnasial-Lehrer haben es in diesem Jahr schwer, eine Stelle zu finden.
Foto: dapd

Man hat die Türen für Seiteneinsteiger geöffnet. Man hat die Nachbarländer beschimpft, die die jungen, gut ausgebildeten Leute abgeworben haben. Man hat die Ruheständler wieder ans Pult gestellt. Man hat jahrelang eindringlich vor einem Lehrermangel gewarnt.

Um so überraschender scheint nun die Nachricht, dass Hunderte junger Pädagogen in diesem Jahr kaum eine Chance haben, eine Stelle am Gymnasium zu finden. Eine Situation, die man aber vor Jahren schon hätte absehen können: Wenn die Schulzeit am Gymnasium verkürzt wird, also ein kompletter Jahrgang weniger unterrichtet werden muss, werden natürlich auch weniger Lehrer gebraucht.

Fragt sich nur, warum die Bildungspolitiker im Land nicht vor Jahren schon gegengesteuert und vor dieser Situation alle Menschen eindringlicher gewarnt haben, deren Wunschberuf Gymnasiallehrer war. (Um den Traum zu verwirklichen, mussten sie übrigens Studiengebühren bezahlen - und erhalten für diese Investition nun nichts anderes als Zukunftsängste.) Warum sind die Studienkapazitäten vor Jahren nicht dementsprechend zurückgefahren worden? Warum kommen derzeit in NRW 20 Prozent der Referendare, die hier ausgebildet werden, aus anderen Bundesländern?

Letztere werden nun von der verwirrenden NRW-Planung profitieren, denn vielen Referendaren bleibt nichts anderes übrig als abzuwandern. Falls sie denn tatsächlich andernorts etwas finden, denn Bayern, Hessen, Niedersachsen haben ihre doppelten Jahrgänge bereits entlassen, mithin wohl auch keinen allzu großen Bedarf an Gymnasiallehrern.