Job zu verkaufen

Anders als im Fall Dortmund sollten Jobcenter Arbeitsplätze vermitteln, nicht verkaufen.
Anders als im Fall Dortmund sollten Jobcenter Arbeitsplätze vermitteln, nicht verkaufen.
Foto: Franz Luthe

Wenn tatsächlich Jobcenter Arbeitslose mit Bargeldprämien zum Arbeiten locken sollten, dann wäre das ein Ausdruck schierer Verzweiflung. Und eine Kapitulation vor dem eigenen Arbeitsauftrag. Einige Vermittler scheinen sich an die Grenze des Erlaubten heranzuwagen.

„Fordern und Fördern“, der Grundgedanke der Hartz-Reformen, wird auf die schlichtestmögliche Botschaft verkürzt: Wenn du den Job annimmst, gibt’s vom Staat Extra-Geld. 200 Euro für jeden. Eine seltsame und oberflächliche Art, den Wert von Arbeit zu beziffern.

Wie nachhaltig sind solche Prämien? Ihre Wirkung dürfte schnell verpuffen. Hier geht es ja nicht um Qualifizierung, nicht um gezielte Hilfe bei der Bewerbung, sondern nur um ein paar Geldscheine. Die Bundesagentur bemühte sich schnell, den Dortmunder Fall als „Missverständnis“ zu deklarieren. Denn im Grunde wissen alle: Jobcenter sollten Arbeitsplätze nicht verkaufen, sondern vermitteln.