Jetzt ist Putin am Zug

Mit der Idee eines Freihandelsabkommens geht der Westen wieder einen Schritt auf Putin zu.
Mit der Idee eines Freihandelsabkommens geht der Westen wieder einen Schritt auf Putin zu.
Foto: Sergei Ilnitsky

Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok – das klingt reichlich utopisch. Und tatsächlich dürfte bis zur Realisierung dieses Vorschlags der Kanzlerin an die Adresse Wladimir Putins noch einige Zeit ins Land gehen. Doch darauf kommt es gar nicht an. Denn entscheidend ist das Signal – der Westen geht wieder auf Moskau zu. Die gefühlte Eiszeit ist vorüber.

Merkels Idee einer gemeinsamen Freihandelszone und die wieder verstärkten Vermittlungsbemühungen von Außenminister Steinmeier im Ukrainekonflikt zeigen, dass die Bundesregierung darauf setzt, Putin langfristig als Partner zu gewinnen. Der Kremlchef wird nicht nur für einen Frieden in der Ost-Ukraine gebraucht; auch die Krisen in Syrien und im Irak sowie der Atomstreit mit dem Iran sind ohne Moskau nicht zu lösen. Jetzt ist Putin am Zug. Stellt er sich weiterhin stur, droht eine neue, viel längere Eiszeit.