Jägers Flucht nach vorn

Beamte der sogenannten Spezialeinsatzkommandos (SEK). Nun sorgt sich der NRW-Innenminister um den guten Ruf der Elite-Truppe.
Beamte der sogenannten Spezialeinsatzkommandos (SEK). Nun sorgt sich der NRW-Innenminister um den guten Ruf der Elite-Truppe.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Skandal um demütigende Aufnahmerituale beim Kölner Spezialeinsatzkommando tritt Innenminister Ralf Jäger energisch die Flucht nach vorn an.

Nach fünf turbulenten Jahren im Amt hat Innenminister Ralf Jäger das Handbuch der Krisenkommunikation stets griffbereit. Im Skandal um demütigende Aufnahmerituale beim Kölner Spezialeinsatzkommando tritt der SPD-Politiker deshalb energisch die Flucht nach vorn an. Disziplinarverfahren, Sonderermittler, Transparenz und nun die Präventivdurchleuchtung aller 200 Elite-Polizisten im Land.

Es bleibt Jäger auch nichts anderes übrig, weil nach solchen Vorfällen schnell die Frage der politischen Verantwortung gestellt wird. Verirrungen wie in Köln lassen sich nicht allein mit den regelmäßigen Grenzsituationen, denen SEK-Einheiten ausgesetzt sind, oder ihrem Korpsgeist erklären. Die ministeriellen Aufräumarbeiten sollten der Frage nachgehen, wie Psychoterror in der Creme der NRW-Polizei Einzug halten konnte.