Ja, verbieten wir die Arbeitslosigkeit

Man kennt die schnellen Angebote in deutschen Jobcentern. Sie sollen schwer vermittelbaren Jugendlichen einen geregelten Tagesablauf beibringen.
Man kennt die schnellen Angebote in deutschen Jobcentern. Sie sollen schwer vermittelbaren Jugendlichen einen geregelten Tagesablauf beibringen.
Foto: Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Gebt Euren Jugendlichen einfach Arbeit, dann sind sie auch nicht mehr arbeitslos. Arg verkürzt muss man den Vorschlag der EU-Kommission ja wohl so verstehen. Wie das bitteschön gehen soll, sagt sie freilich nicht.

Darauf hätten Südeuropas Krisenländer auch selbst kommen können: Gebt Euren Jugendlichen einfach Arbeit, dann sind sie auch nicht mehr arbeitslos. Arg verkürzt muss man den Vorschlag der EU-Kommission ja wohl so verstehen. Wie das bitteschön gehen soll, sagt sie freilich nicht. Wie auch?

Es wäre falsch, dem Sozialkommissar Zynismus vorzuwerfen. Natürlich spricht guter Wille aus seiner Idee. Das macht sie aber nicht besser. Wenn kein Arbeits- oder Ausbildungsplatz vorhanden ist – und das ist in schrumpfenden Volkswirtschaften die Regel – sollen die Jugendlichen ein Praktikum machen. Sprich umsonst in klammen Firmen ackern. Sie werden begeistert sein.

Dabei kennt man die schnellen Angebote in deutschen Jobcentern. Sie sollen schwer vermittelbaren Jugendlichen einen geregelten Tagesablauf beibringen. Das hilft einigen auch. Doch den Massen, die in Spanien auf die Straße gehen, mangelnden Willen zu unterstellen, wäre wirklich zynisch. Sie finden auch mit besten Abschlüssen keine Arbeit, weil es keine gibt. Allein eine anziehende Wirtschaft kann das ändern. Strukturhilfen liegen da um Einiges näher als naive Jobgarantien, die niemand einhalten kann.