Inzest muss verboten bleiben

Patrick S. saß drei Jahre im Gefängnis, weil er vier Kinder mit seiner Schwester Susan K. gezeugt hatte.
Patrick S. saß drei Jahre im Gefängnis, weil er vier Kinder mit seiner Schwester Susan K. gezeugt hatte.
Foto: dpa

Inzest unter Geschwistern ist extrem selten. Aber es gibt diese Fälle und sie werden künftig noch häufiger vorkommen. Nicht, weil das Tabu weicht. Sondern weil sich die Familienwelt verändert. Die Zahl der Patchwork-Familien steigt, die verwandtschaftlichen Beziehungen werden unübersichtlicher. Hinzu kommen Kinder, die durch Samenspenden gezeugt wurden oder nach einer anonymen Geburt zu Pflegefamilien gekommen sind.

In solchen Fällen ist es weiterhin selten, aber nicht unwahrscheinlich, dass sich Geschwister verlieben und Kinder zeugen. Doch das ist kein Grund, das Strafrecht zu ändern. Jede Form von Inzest sollte grundsätzlich verboten bleiben, um erst gar keine rechtlichen Grauzonen für familiären Missbrauch zu schaffen. Im Einzelfall jedoch müssten Paare, die jemand anzeigt, weil er sich Sorgen macht oder Vorteile erhofft, straffrei ausgehen – wenn Missbrauch ausgeschlossen werden kann.