Übergriffe von Köln

Innenminister Ralf Jäger fehlt die Demut

Der NRW-Innenminister berichtete dem Landtag zu den Übergriffen aus der Silvesternacht in Köln. Kommentator Tobias Blasius mangelte es an Demut.

Düsseldorf.. Die kriminalistische Dimension der Kölner Chaos-Nacht zum Jahreswechsel bekommt immer schärfere Konturen. Die weit mehr als 200 angezeigten sexuellen Übergriffe waren offenbar das Werk eines Mobs mit Migrationshintergrund, der aus arabischen Ländern die Unsitte des gemeinschaftlichen Angrapschens auf den Domvorplatz importiert hat. So etwas hatte man bis diesen Montag von der Landesregierung noch nie gehört. Ein SPD-Mann wie NRW-Innenminister Ralf Jäger will nun mit der vollen Härte der Rechtsstaates vorgehen.

Man könnte den neuen Mut zu Klartext und Konsequenzen loben, wäre nicht die landespolitische Dimension des Skandals so kümmerlich. Nachdem Jäger und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Tage lang abgetaucht waren, sollen nun die Polizeibeamten vor Ort zu den Alleinschuldigen des Einsatz-Desasters gestempelt werden.

Ein Wort der Entschuldigung gegenüber den gedemütigten Frauen aus der Silvesternacht? Fehlanzeige. Demut? Keine Spur. Stattdessen der selbstgerechte Vergleich mit einem Gesundheitsminister, der ja auch nichts für die fehlgeschlagene Blinddarm-OP könne. Nach diesem Maßstab hätte noch nie ein Minister zurücktreten müssen.

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