Trauerfeier

In der Trauer nicht allein

150 Kerzen brannten vor dem Altar im Kölner Dom.
150 Kerzen brannten vor dem Altar im Kölner Dom.
Foto: imago

Manche werden geschluckt haben angesichts der 150. Kerze im Kölner Dom. Doch der an seiner Seele kranke Co-Pilot gehört auch zu den Opfern seiner Irrsinns-Tat. Ohnehin sind Trauerfeiern mindestens so sehr für die Hinterbliebenen gedacht wie für die Toten. Es geht immer um die Angehörigen, ihnen hinwegzuhelfen über die Unfassbarkeit, die jeder Tod bedeutet und die nicht vergehen wird, die nur eingekapselt und kleiner werden kann, durch Worte, mit der Zeit.

Deshalb war es gut, dass so viele Amts- und Würdenträger bei der Trauerfeier im Kölner Dom so passende Worte gefunden haben. Sie waren da für uns alle, die von dem Unglück erfahren haben und bald wussten: Es war grausame Willkür, es waren schreckliche Zufälle, die diese 150 Menschen in den Tod geführt haben. Fast jeder hätte in einer solchen Maschine sitzen können – und der Schrecken, das Entsetzen darüber hat sich bei jedem, der ein Herz im Leibe hat, in ehrlich empfundenes Mitgefühl verwandelt. Das war es, das Freitag im Dom zum Ausdruck kam.

Heute müssen die Angehörigen wieder für sich durch den Alltag kommen. Aber sie wissen: Sie sind nicht allein. Das ist gut für sie, aber auch für jeden von uns.

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