Heute kommen die Missionare zu uns nach Deutschland

Was wir bereits wissen
Die Zeiten haben sich verändert, und so müssen auch die Begriffe eben dieser Veränderung angepasst werden. Zumindest aber die Perspektive, unter denen sie gesehen und gebraucht werden.

Die Zeiten haben sich verändert, und so müssen auch die Begriffe eben dieser Veränderung angepasst werden. Zumindest aber die Perspektive, unter denen sie gesehen und gebraucht werden: Weltkirche und Mission, das waren über viele Jahre hinweg Fachvokabeln, die nach außen strahlten. Aus Deutschland gingen die Missionare hinaus in die Welt und halfen global umspannend, den Glauben zu verbreiten.

Nun ist die Entwicklung eine umgekehrte: Von dort, wo die Missionare einst wirkten, kommen die Priester zu uns, um die akute Personalnot auf den (katholischen) Kanzeln lindern zu helfen. Und sie füllen nicht nur die bloßen Stellenlücken. Ihre vielfach herzliche und mitreißende Glaubensfreude hat durchaus auch missionarischen Charakter. Wer sich einmal aus Afrika, Südamerika oder Asien erzählen lässt, wie dort das Christentum im Alltag gelebt, ja, ausgelebt wird, bekommt eine Ahnung davon, wie fremd unsere doch eher reserviert und introvertiert gefeierte Religiosität in der Außenbetrachtung erscheinen muss.

Es ist die Chance einer Weltkirche, dass die unterschiedlichen Ausprägungen voneinander lernen, sich gegenseitig befruchten. Längst ist zu Recht nicht mehr von der „Dritten Welt“ die Rede, sondern vielmehr von der einen Welt. Auch hier hat ein Umdenken stattgefunden, das sich abermals in einer Wortkorrektur deutlich macht. Im offenen und anerkennenden Miteinander könnte eigentlich die katholische Weltkirche zum vorgelebten Modell für eine weltpolitische Zukunft werden. Nur eine kühne Vision. Leider nicht mehr.