Islam

Heuchler und Brandstifter

"Die Pegida-Bewegung wird aus den Anschlägen politisches Kapital schlagen und sie instrumentalisieren", warnt Religionssoziologe Prof. Rauf Ceylan von der Uni Osnabrück.
"Die Pegida-Bewegung wird aus den Anschlägen politisches Kapital schlagen und sie instrumentalisieren", warnt Religionssoziologe Prof. Rauf Ceylan von der Uni Osnabrück.
Foto: imago

Trauer, Schmerz und Wut einen die Franzosen nach dem Anschlag von Paris. Die Solidarität im Ausland ist riesig. Doch schon jetzt deutet sich an, dass der Streit um den Umgang mit Zuwanderung, Islam und Integration demnächst umso schärfer neu ausbrechen dürfte. Die Populisten und Islamfeinde versuchen bereits auf perfide Weise, die Bluttat für ihre Interessen zu instrumentalisieren.

Die französische Rechtsauslegerin Marine Le Pen ruft den „Krieg gegen den Fundamentalismus“ aus. In Deutschland erklärt sich Pegida zum Anwalt der Opfer von Paris: Am Montag wollen die selbst ernannten Abendland-Retter mit Trauerflor marschieren.

Das ist heuchlerisch und Zynismus pur. Ausgerechnet jene Brandstifter, die mit ihren platten Parolen Ausgrenzung und Intoleranz das Wort reden, gerieren sich nun als Biedermänner.

Friedliebende Muslime sollten unterstützt werden

Wer, wie Pegida, die angebliche „Islamisierung“ der westlichen Kultur als Schreckgespenst an die Wand malt, der betreibt Demagogie statt Aufklärung. Stattdessen wäre es – gerade nach dem Massaker von Paris – wichtig, die große Mehrheit der friedliebenden Muslime zu unterstützen, statt sie pauschal mit feigen Mördern gleichzusetzen.

Die klare und schnelle Verurteilung der Tat durch die Islamverbände hierzulande ist ein wichtiges Zeichen.