Gute Schulen, schlechte Schulen

Kommentarbild Peter Toussaint
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Foto: NRZ
Obwohl immer weniger Menschen etwas mit der Kirche am Hut haben, sind Konfessionsschulen immer gefragter.

Die Kinder an katholischen Schulen kommen aus protestantischen, muslimischen und atheistischen Familien. Und auch aus katholischen. Auch Lehrer müssen nicht katholisch sein. Konfessionsgebundene Grundschulen sind – anders etwa als private katholische Gymnasien – in erster Linie städtische Schulen und hundertprozentig von der öffentlichen Hand finanziert. Auch in Kreisen der Kirchen wird offen darüber diskutiert, ob der NRW-Sonderweg, an Konfessions-Grundschulen festzuhalten, noch sinnvoll ist.

Hohe Anmeldezahlen offenbaren die Zweifel am Schulwesen in NRW. In Schulen mit christlichem Wertekanon werde – so die Erwartung – das einzelne Kind aufmerksamer gefördert. Und auch das zeigt der Anmeldetrend: Die Eltern haben Angst, dass ein hoher Ausländeranteil den Lernerfolg ihrer Kinder gefährdet. Das ist politisch nicht korrekt, aber diese Gefahr ist real. Sie ist an Konfessionsschulen kaum geringer. Auch sie müssen und wollen „Seiteneinsteiger“ integrieren, die mit der Flüchtlingswelle kommen und nun ohne Sprachkenntnisse in den Klassen sitzen.

Eine Schule ist nicht deshalb besser, weil vor dem Unterricht gebetet wird. Eine Schule ist gut, wenn die Lehrer motiviert und engagiert ihre Arbeit tun. Das tun sie in katholischen und in staatlichen Schulen. Und manchmal tun sie es in beiden Schulformen nicht. Besser als aufs Etikett zu achten ist es, sich bei anderen Eltern umzuhören.

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