Groß im Verdrängen

Die Nachwahl in Düsseldorf war nur ein Beispiel. Die CDU verliert die Großstädte. So weit, so eklatant, so vertraut. Die Gründe dafür variieren – das Gesamtbild nicht. Wenn sie in den zehn größten Städten keinen Oberbürgermeister mehr stellt und über Jahre in Köln, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt Boden verliert, dann muss es die CDU verunsichern.

Als Partei ist sie mehrheitsfähig, und zwar nicht allein im ländlichen Raum, nicht nur bei Bundestagswahlen. In Düsseldorf ist sie im Rat stärker als SPD und Grüne zusammen. Dort drängt sich der Schluss auf, dass es diesmal am Kandidaten lag. Es fehlt ihr an zugkräftigen Politikern, obwohl sie viel probiert hat, wie in Stuttgart mit unkonventionellen Bewerbern. Auch das half nicht.

Die flotteste These lautet, die CDU müsse nur besser das städtische Lebensgefühl treffen. Das ist oft ein Kampfargument, um sie mehr links aufzustellen. Die CDU 2014 ist eine Merkel-Partei, und der Bonus ihrer Kanzlerschaft zahlt sich im Lokalen weniger als in Berlin aus. Das ist offenkundig. Nur eine Vermutung ist es, dass die CDU im vorpolitischen Raum nicht genug präsent ist, überall dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, in Betrieben, in Vereinen, in der Nachbarschaft.

Die CDU neigt dazu, ihre Schwächen zu verdrängen. Hat man sich nicht in Dortmund ordentlich geschlagen? Es gibt immer einen guten Grund, zur Tagesordnung überzugehen. An dieser Unart wird die CDU weiter leiden.