Gott lässt sich nicht durch Prognosen ausbremsen

Was wir bereits wissen
Der Religionssoziologe Detlef Pollack prognostiziert einen zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirchen.

Die Behauptung des Münsteraner Religionssoziologen Detlef Pollack, wonach der Bedeutungsverlust der Kirchen unumkehrbar sei, widerspricht fundamental dem christlichen Glauben.

Die Prognose beruht auf nüchternem Zahlenmaterial. Die Glaubensdimension selbst, die auf die Hilfe und Allgegenwart Gottes baut, berücksichtigt sie nicht. Das ist ja auch nicht die Aufgabe eines Trendforschers, denn dies kann nicht zum nachweisbar wissenschaftlichen Maßstab der Ergebnisgewinnung herangezogen werden. Gleichwohl bleibt es doch die elementare Größe im Gefüge der christlichen Kirchen. Wo der Gottesbeweis nicht eingefordert werden kann, verlieren auch die sorgfältigsten Prognose-Erhebungen letztendlich ihre garantierende Aussagekraft.

In den Jahrtausenden ihres Bestehens hat die Kirche Höhen und Tiefen durchlebt und durchlitten. Im vergleichsweise reichen und glücklichen Europa der Gegenwart mag es menschlich nachvollziehbar sein, dass die Botschaft vom rettenden Gott weniger Aufmerksamkeit findet. Auf anderen Kontinenten ist das genaue Gegenteil zu beobachten.

Auch wenn in den modernen und aufgeklärt-nüchternen Industriestaaten sich der Eindruck verfestigt hat, so ist der Glaube keine Manövriermasse von Angebot und Nachfrage. Oder anders formuliert: Gottes Existenz ist nicht abhängig von der Anzahl der Gläubigen.

Dennoch sind die Kirchen natürlich gut beraten, im Rahmen ihrer irdischen Möglichkeiten nach Wegen zu suchen, mit eigener Kraft dem scheinbar unabwendbaren Schwund-Trend nachdrücklich entgegen zu wirken.