Sprachprobleme

Globalisierung im Krankenhaus

Ob der Doktor aus dem Münsterland, Bayern, Österreich, Bulgarien oder Syrien kommt, ist zunächst einmal wurscht. Er (oder sie) muss heilen und nicht wissen, was im Pfefferpothast steckt oder wie Mephisto den Faust lockte. Niemand bezweifelt, dass die meisten zugewanderten Ärzte fähig sind. Niemand sollte sich darüber aufregen, dass sie zu uns kommen. Wenn deutsche Mediziner nach Norwegen und England flüchten, sollten wir für jeden Russen und Rumänen dankbar sein, der die Lücke füllt.

Nur das mit der Sprache, ja, das ist ein Problem. Vielleicht ärgern sich auch Norweger über das Radebrechen ausgewanderter Ärzte aus Westfalen. Vielleicht wundert sich der englische Patient, wenn „Doc Meier“ sagt, er soll das „Handy“ ausschalten. Globalisierung ist krank, sagen manche; auf jeden Fall ist sie ins Krankenhaus gekommen.

Wer in Deutschland Ärzte anwirbt, steht in der Pflicht, gute Sprachkurse zu organisieren und auf Weiterbildung der Kollegen Wert zu legen. Der Staat steht in der Pflicht, die Sprachkenntnisse der Mediziner ernsthaft zu überprüfen. Um diese Verantwortung drücken sich viele Länder, auch in NRW sollten die Regeln strenger sein.

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