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Armutsbericht

Gesellschaft heißt auch Solidarität

18.09.2012 | 18:37 Uhr
Gesellschaft heißt auch Solidarität
Auch eine Wohlstandsgesellschaft produziert Verlierer, um die sich gekümmert werden muss.
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Dass die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung trotz der Krise immer reicher werden, ist schön für die, die es betrifft. Neid ist da nicht angebracht. Beim Blick in den Bericht über Armut und Reichtum in Deutschland sollte nicht vergessen werden, dass es auch den übrigen Menschen im Land gut geht, im historischen Vergleich wohl sogar besser als je zuvor.

Natürlich nicht allen. Auch eine Wohlstandsgesellschaft produziert Verlierer, um die sich gekümmert werden muss. Der Staat allein ist da überfordert. Deshalb sollte er diejenigen mit in die Verantwortung nehmen, die keine Hilfe benötigen. Schließlich gehört zu einer funktionierenden Gemeinschaft auch Solidarität. Reich hilft arm, so steht’s sogar im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet und soll dem Allgemeinwohl dienen.

Nur sollte dabei besonnen agiert werden. Den Spitzensteuersatz ab einem Einkommen von 250.000 Euro zu erhöhen, wäre ein Ansatz. Nur zur Erinnerung: Es war die Koalition von Grünen und SPD, die ihn einst ohne Not von 53 auf 42 Prozent heruntergeschraubt hat. Bevor allerdings die Vermögenssteuer wieder eingeführt wird, wie es auch NRW-Finanzminister Walter-Borjans fordert, sollte darüber nachgedacht werden, was unter Vermögen verstanden wird und wer von der Steuer tatsächlich betroffen wäre. Ein Beispiel, wie sie ihr Ziel verfehlen würde, wäre, wenn Immobilienbesitzer sie über Mieterhöhungen an Normalverdiener weiterreichten.

Gregor Boldt

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