„Tannbach“

Geschichten, die uns berühren

Geschichte im TV: Liesbeth Erler (Nadja Uhl, li.) mit Friedrich (Jonas Nay, re.) und Lothar (Ludwig Trepte, M.) in "Tannbach" auf der Flucht.
Geschichte im TV: Liesbeth Erler (Nadja Uhl, li.) mit Friedrich (Jonas Nay, re.) und Lothar (Ludwig Trepte, M.) in "Tannbach" auf der Flucht.
Foto: Dusan Martincek/Lukás Zentel/ZDF

Wir haben diese Geschichten oft gehört. Von der Oma, vom Opa, von Onkeln und Tanten. Die Geschichten vom Erstkontakt mit dem amerikanischen Soldaten („Ein Schwarzer“), von weißen Flaggen, von eiligst verborgenen Hitlerbildern, von der Angst vor Vergewaltigung oder vom Durchatmen: Endlich eine neue Zeit!

Wir haben sie oft gehört, aber wir werden sie offenbar nicht leid. 70 Jahre nach Kriegsende serviert uns das ZDF einen Geschichts-Mehrteiler, und Millionen sehen zu.

Warum? Weil uns alle die uralte Menschheitsfrage umtreibt, woher wir kommen; weil solche Filme uns daran erinnern, dass Freiheit nicht vom Himmel fällt und Wohlstand zerbrechlich ist; und weil sie uns erklären, wie weh Weltgeschichte tut, wenn sie denn vor der eigenen Haustür auftaucht.

Geschichten helfen dabei, Gut und Böse, Richtig und Falsch, Opfer und Täter zu unterscheiden. Oder zu erkennen, wie eng verwandt dies alles mitunter ist. Erzählen wir uns ruhig solche Geschichten, schauen wir sie uns an. Denn Krieg, Flucht, Vertreibung, Terror sind ja keine ollen Kamellen. Die gibt es immer noch, gleich nebenan.