Gauck - leider nur seidenweich

"Diese Affäre beunruhigt mich sehr", sagte Gauck über die US-Datenüberwachung.
"Diese Affäre beunruhigt mich sehr", sagte Gauck über die US-Datenüberwachung.
Foto: Daniel Bockwoldt
Gerade von Gauck durfte man in Sachen NSA-Affäre klare Kante erwarten. Die gab’s leider nicht – immerhin aber eine Respektbekundung für Edward Snowden. Das war aber auch das Mindeste.

Wochenlang sagte er nichts zu den Ausspähangriffen des US- Geheimdienstes auf die deutsche Bevölkerung. Und als er sich jetzt zu einer Anmerkung durchrang, sagte er zu wenig. Der Merkel-Virus der Unentschlossenheit gegenüber diesen unappetitlichen NSA-Aktionen hat auch Bundespräsident Gauck befallen. Sein Kommentar dazu, dass die US-Dienste deutsche Bürger mit dem Hinweis auf den Antiterror-Kampf unter Generalverdacht stellen, Privates mithören und mitlesen, Datenschutz missachten und massenhaft das Postgeheimnis brechen, ist viel zu seidenweich.

Dass er beunruhigt sei ob der Geheimdienstaktivitäten und dass die durchaus der Freiheit, mindestens aber dem Freiheitsgefühl der Menschen schadeten, ist zu wenig. Gerade von Gauck durfte man klare Kante erwarten. Die gab’s leider nicht – immerhin aber eine Respektbekundung für Edward Snowden. Das war aber auch das Mindeste.