Für ein Sterben in Würde

Hospize und palliativmedizinische Angebote flächendeckend – das will das Kabinett gesetzlich festschreiben. Außerdem sollen Altenpfleger als Sterbebegleiter geschult werden.
Hospize und palliativmedizinische Angebote flächendeckend – das will das Kabinett gesetzlich festschreiben. Außerdem sollen Altenpfleger als Sterbebegleiter geschult werden.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Archiv

Hochdosierte Schmerzmittel und intensive Zuwendung: Experten schätzen, dass zwei von drei Schwerstkranken professionelle Sterbebegleitung benötigen. Deutschland ist davon noch weit entfernt.

Doch das Land hat sich auf den Weg gemacht. Das Lebensende von Schwerstkranken, mit seinem Leid, seinem Schrecken und seinen Wünschen - es ist nicht mehr nur Privatsache oder bloße Abrechnungsziffer der Apparatemedizin. Es ist zur gesellschaftlichen Aufgabe geworden: Wie kann würdiges Sterben gelingen?

Es gibt nicht die eine, die große Lösung. Und gäbe es sie, wäre sie nicht bezahlbar. Aber es gibt viele gute Ansätze. Ein Beispiel: Wer heute Arzt werden will, muss Sterbende versorgen können.

Seit sechs Jahren ist die Palliativmedizin Pflichtfach in der ärztlichen Ausbildung - der Palliativmediziner ist in einer alternden Gesellschaft mit vielen hochbetagten, mehrfach kranken Menschen der Arzt der Stunde.

Angehörige haben Rechtsanspruch auf Sterbebegleitung

Ein anderes Beispiel: Seit Anfang des Jahres haben berufstätige Angehörige einen Rechtsanspruch auf Sterbebegleitung. Wer einen Angehörigen am Lebensende nicht allein lassen will, kann sich dafür bis zu drei Monate lang eine Auszeit vom Job nehmen.

Ein drittes Beispiel ist die geplante Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung mit rund 200 Millionen Euro aus Kassengeldern. Das ist nicht viel - und die Gefahr ist groß, dass die einzelnen Betroffenen zunächst wenig davon zu spüren bekommen.

Doch die Botschaft ist wichtig: Professionelle Sterbebegeleitung ist kein Zufall, sondern Kassenleistung.