Urteil

Freibrief für die Steuererhöhung

Bei der Grundsteuer darf man durchaus die Prognose wagen: Sie dürfte sehr schnell mächtig steigen.
Bei der Grundsteuer darf man durchaus die Prognose wagen: Sie dürfte sehr schnell mächtig steigen.
Foto: WR

Ein Blick in die Zukunft ist meist wie Kaffeesatzleserei. Aber bei der Grundsteuer darf man durchaus mal eine Prognose wagen: Sie dürfte sehr schnell mächtig steigen. Jedenfalls in den ärmsten Kommunen. Die Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen haben Selm – eine sehr arme Stadt – sogar die Verdoppelung dieser Steuer durchgehen lassen. Das weckt Begehrlichkeiten in praktisch allen Nachbar-Rathäusern.

Die Grundsteuer ist eine verlässliche Einnahme, verlässlicher als die Gewerbesteuer. Sie gilt als Bürgersteuer. Heißt: Alle müssen zahlen. Nicht nur Eigenheimbesitzer und Geschäftsleute, sondern – über die Nebenkosten – auch alle Mieter.

Viel zu groß ist die Not der Kämmerer, um auf diese Zusatzeinnahmen zu verzichten. Der Richterspruch ist eine Art Freibrief. Mancher Bürger wird sich noch als Opfer von Freibeutern sehen.

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