Frage der Verhältnismäßigkeit

Times Square, New York - das ist Faszination, das ist Strahlkraft pur, auch wenn man nicht Amerika-Fan ist. Etwas davon könnte auch auf die ins Trudeln geratene Marke Warsteiner abfärben, hatten die Brauerei-Verantwortlichen wohl gehofft, als sie die Werbekampagne in Auftrag gaben. Mission erfüllt?

Das kann man jetzt noch nicht sagen. Die New Yorker werden nicht noch Monate später über German Beer ins Schwärmen geraten - und ob sich die Aktion beim Getränkehandel in Deutschland auszahlt, darf bezweifelt werden.

Getroffen werden sollte damit Konkurrent Beck’s. Das hat auch funktioniert, aber es dürfte nicht mehr als ein Nadelstich gegen den Verbund des Weltmarktführers gewesen sein. Gezeigt hat die Aktion, dass Bierqualität aus Deutschland in der Welt noch ein Thema ist.

Dennoch muss die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gestellt werden. Eine mittelständische Familienbrauerei mit derzeit ausbaubarer Performance leistet sich die teuerste Außenwerbung, die man sich vorstellen kann und will damit dem weltgrößten Brauereikonzern Paroli bieten. Eine absurde Vorstellung. Dieses Geld hätte Warsteiner auf dem Heimatmarkt sinnvoller einsetzen können.