Folgenschwere Managementfehler

Die Kritik an Siemens-Vorstand Joe Kaeser wird immer größer.
Die Kritik an Siemens-Vorstand Joe Kaeser wird immer größer.
Foto: imago

Fehler sind allzu menschlich, auch Managementfehler. Nur haben Letztere den unschönen Nebeneffekt, dass sie mitunter Menschen den Job kosten, deren Arbeitskraft das Unternehmen erst in die Lage versetzt hat, größere Zukäufe zu tätigen. Bei Siemens hat es fast schon Tradition, dass Übernahmen und Ausflüge in neue Geschäftsfelder Jahre später als Abschreibeposten in der Bilanz stehen. Das war unter Löscher so, man denke nur an den glücklosen Einstieg in die Solarbranche, und Kaeser ist drauf und dran, dieser Linie treu zu bleiben.

Der Einstieg ins amerikanische Öl- und Gasgeschäft war laut Marktbeobachtern extrem teuer. Floppt er, muss auch dieses verbrannte Geld durch neue Einsparungen im Kerngeschäft, also bei der Stammbelegschaft, zurückgeholt werden.

Den nun bevorstehenden Stellenabbau kann Kaeser noch mit einigem Recht auf die Fehler seines Vorgängers schieben. Die Art und Weise ist freilich seine Sache. An ihm liegt es, die Ungewissheit der Mitarbeiter rasch zu beenden. Und sie davon zu überzeugen, dass ein künftig besseres Management weitere Sparrunden obsolet macht.