Folgen für die Opfer gravierend

Das ist – leider – auch ein Alltag irgendwo in Deutschland: Der Zugbegleiter, der mit der Pistole bedroht wird. Die Schaffnerin, die den Krückstock eines erbosten Kunden zu spüren bekommt. Der Lokführer, den man mit Bierdosen bewirft. Warum? Sein Zug ist verspätet.

Dass 78 Prozent der von ihrer Gewerkschaft befragten Zugbegleiter in Nordrhein-Westfalen Angst vor der einsamen Nachtschicht im Regionalexpress haben, ist also verständlich – und hat Folgen. Diese reichen von unguten Gefühlen über Psychosen bis zur vollständigen Berufsunfähigkeit. Dass die Vorgesetzten bei der Bahn auf die Betroffenen besonders einfühlsam eingehen, bestreitet die Gewerkschaft.

Wir reden gerne über härtere Strafen für Gewalttäter, über Fahrverbote für notorische Störer und Video-Überwachung. Alles richtig. Die Hilfe für die Opfer der Attacken, und seien nur verbal, darf dabei aber nicht vernachlässigt werden.