Flächenfraß macht nicht satt

Angesichts angeblich miserabler mathematischer Kenntnisse fangen wir mit Zahlen an. 1 Hektar sind 10 000 Quadratmeter. 90 Hektar landwirtschaftliche Fläche gehen täglich in Deutschland verloren = 900 000 Quadratmeter. Eine Größenordnung, die unser Vorstellungsvermögen sprengt. Landwirte sprechen vom Flächenfraß. Sie sind es, die den großen Hunger nach Grund und Boden für Gewerbe, Industrie, Freizeit, Wohnraum, Straßen und Naherholung stillen müssen. Nicht nur das. Mit dem Geld aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Naturschutzausgleich wird Ackerfläche aufgekauft und in Wald und Feuchtwiesen verwandelt. Kurios: auch für Offshore-Windparks muss im Binnenland eine Kompensation erfolgen, übrigens auch für Trinkwasserbohrungen und die kommenden Energietrassen von Nord nach Süd.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fällt es nicht schwer, sich der Argumentation der Landwirte anzuschließen. Es gibt nur eine Erde. Für uns und für alle die, die nach uns kommen. Der Vorschlag, landwirtschaftliche Nutzfläche europaweit unter Schutz zu stellen, ist richtig. Genauso wie ihr Drängen, Kommunen bei der Reform des Baugesetzbuches zu verpflichten, vorhandene Brachflächen für Bauvorhaben zu nutzen. Eine wundersame Bodenvermehrung wird es nicht geben.