Waffenfund

Fall Schwerte: Wer hat weggeguckt?

Ein riesiges Waffenarsenal hat der Zoll in einem Schwerter Einfamilienhaus gefunden.
Ein riesiges Waffenarsenal hat der Zoll in einem Schwerter Einfamilienhaus gefunden.
Foto: Sebastian Konopka

Warum reagiert die Öffentlichkeit ängstlich, selbst wenn es um legale Schusswaffen geht? Es ist nicht nur die potenzielle Gefährlichkeit jeder Waffe. Es ist auch die Unsicherheit, wer sie wofür einsetzen könnte. Das unterscheidet Deutschland von den USA, wo Waffenbesitz ein „Jedermannsrecht“ ist.

Immer wieder stellen sich doch diese Fragen: War nicht die Knarre in der Hand des Täters von Winnenden auch legal? Sind nicht gerade Amokläufer eher auf behördlich gemeldete Jagdwaffen angewiesen, weil sie gar keinen Zugang zum großen, illegalen, oft aus ausländischen Krisengebieten gespeisten Markt haben?

Deshalb ist die (waffenlose) Mehrheit der Deutschen nur zu beruhigen, wenn die Kontrollen des Staates ausreichend dicht sind, wenn die Verbindung zwischen Waffe und Eigentümer ständig überprüfbar ist. Die Rechtslage verpflichtet dazu. Bisher schien das Praxis zu sein.

In Schwerte hat der Zoll jetzt das wohl größte Arsenal ausgehoben, das je bei Kontrollen aufflog. Es waren legale Waffen. Nur hat der Händler damit offenbar ohne Lizenz gedealt. Damit war nichts unter Kontrolle. Das macht den Fall fragwürdig.

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