Es gibt keinen optimalen Termin

Fußball-WM ist im Sommer. So war es immer. Aber dieses Dogma wird sich bald erledigt haben. Und allein die Tatsache, dass eine Task Force eingerichtet werden musste, die darüber brüten durfte, wann dieses Ereignis vernünftigerweise angepfiffen werden kann, bestätigt nachhaltig, wie absurd es war, diese WM in die Wüste zu schicken.

Natürlich bieten sich jetzt die Witze an, wie albern es für die Fans in Deutschland ist, mit Weihnachtsplätzchen und Glühwein zum Public Viewing anzurücken, andererseits wäre der Spott kaum weniger heftig, gäbe es den Vorschlag, die Nummer bei 50 Grad im Sommer durchzuziehen. Man kann es drehen und wenden wie man will: einen optimalen Termin für eine WM in Katar gibt es nicht.

Das Kind ist bereits mit der Vergabe in den Brunnen gefallen, und die beste Munition für die Unterstellung, dass es bei der Abstimmung kaum mit rechten Dingen zugegangen sein kann, liefert gerade Fifa-Chef Sepp Blatter persönlich, der den Korruptionsbericht zur WM-Vergabe weiterhin geheim hält, und zwar entgegen seiner Ankündigung. Auch das ist ein Skandal, ebenso wie die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in Katar, die Hunderte bereits das Leben gekostet haben.

Vor diesem Hintergrund ist die Forderung, die WM neu zu vergeben, naheliegend – politisch klug ist sie allerdings kaum. Unabhängig davon, dass Katar ein muslimischer Staat ist, dürfte grundsätzich jede Muskelprotzaktion als Provokation, als Demütigung empfunden werden. Der Preis für eine Neuvergabe wäre weit höher als die drohenden Regressansprüche. Die Gelackmeierten bleiben die Vereine, die Spieler und die Fans, die wohl alles erleben werden, nur kein Sommermärchen.