Es geht nicht nur um Griechenland

Griechenlands Regierungschef Tsipras wird in Brüssel von EU-Kommissionspräsident Juncker begrüßt.
Griechenlands Regierungschef Tsipras wird in Brüssel von EU-Kommissionspräsident Juncker begrüßt.
Foto: Olivier Hoslet

Die griechische Schuldenkrise beherrscht seit Monaten die europäische Tagesordnung – und noch immer zeichnet sich keine Lösung ab. Doch die Sorgen vor einem Grexit und den unabsehbaren Folgen für die EU verstellen den Blick auf die Probleme, die sich in der Union der 28 Mitgliedsländer auftürmen.

Da sind die Briten, die sich von Europa abkoppeln wollen und in spätestens zwei Jahren über einen EU-Austritt abstimmen – ein Alleingang Großbritanniens würde die EU jedoch politisch wie wirtschaftlich erheblich schwächen.

In Spanien und Italien – zwei Länder, die wirtschaftlich längst nicht über den Berg sind – bekommen die Europaskeptiker immer mehr Rückenwind. Zudem setzen rechtsextreme und populistische Parteien wie in Frankreich oder, gerade erst, in Dänemark den europafreundlichen Parteien immer mehr zu. Gleichzeitig birgt die Flüchtlingsproblematik mit der ungeklärten Frage, wie die Bootsflüchtlinge innerhalb der EU verteilt werden, immensen politischen Sprengstoff. Doch jeder schiebt das Problem nur weiter.

Auf all diese Herausforderungen hat Europa keine Antworten parat. Doch die Zeit drängt. Auch deshalb wäre es so wichtig, wenn die Griechen-Krise endlich befriedet würde.