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Erdogan gießt Öl ins Feuer

16.06.2013 | 18:40 Uhr
Erdogan gießt Öl ins Feuer
Tränengas, Wasserwerfer, schwer bewaffnete Polizisten: Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat am Samstag Taksim-Platz und Gezi-Park gewaltsam räumen lassen.Foto: rtr

Erdogan hat der Türkei Wohlstand, Wachstum und Stabilität gebracht. Nun gießt er mit dem brutalen Polizeieinsatz in Istanbul so viel Öl ins Feuer, dass es ihm schwer fallen wird, es wieder zu löschen. Politische Klugheit sieht anders aus.

Wer nach einem Lehrstück sucht, wie sich ein fast schon beruhigter Konflikt wieder anheizen lässt, der wird in Istanbul und beim türkischen Regierungschef Erdogan fündig. Statt auf das Urteil zur Bebauung des Gezi-Parks zu warten und darauf zu hoffen, dass die Proteste nach den Gesprächen langsam abebben, pocht Erdogan auf sein Ultimatum. Er gießt mit dem brutalen Polizeieinsatz so viel Öl ins Feuer, dass es ihm schwer fallen wird, es wieder zu löschen. Politische Klugheit sieht anders aus.

Erdogan hat der Türkei Wohlstand, Wachstum und Stabilität gebracht. Doch mit den inneren Freiheiten einer Demokratie, mit Pluralität einer offenen Gesellschaft, mit Kritik und Widerspruch tut er sich schwer. Weder die in- noch die ausländische Presse ist verantwortlich für den Aufruhr, wie der türkische Europaminister meint. Die trägt der Regierungschef allein. Und er hat es in der Hand, sie zu entschärfen.

Gudrun Büscher


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