Eltern sein ist gar nicht so schwer

Es gibt nichts Schöneres, als Eltern zu sein! Das gilt für jede Lebensphase – mit Ausnahme vielleicht der Pubertät.

Wer in ein Buchgeschäft geht, kann sich leicht davon überzeugen, dass die Verunsicherung bei Eltern groß ist. Meter an Meter reihen sich die Ratgeber, mit denen sich offenbar gutes Geld verdienen lässt. Haben unsere Eltern früher etwa Erziehungsratgeber gelesen? Hat es uns geschadet, dass das Buch „Grenzen, Nähe, Respekt: Auf dem Weg zur kompetenten Eltern-Kind-Beziehung?“ und Dutzende ähnlich lautender Titel seinerzeit noch nicht geschrieben waren?

Die Erziehung werde, so sagen es die Soziologen, zu einem Projekt, dass man erfolgreich abschließen müsse. Wir lassen uns verrückt machen. Lernen die Chinesen nicht schon im Kindergarten Englisch? Ist es da nicht gut, wenn ich eine Kita finde, in der mein Kind Chinesisch lernt? Und Geige? Und Mathe? Und Technik? Ingenieure werden ja schließlich immer gebraucht...

Bei der Umfrage haben Eltern gesagt, dass es vor 30 Jahren einfacher war, Kinder zu erziehen. Ob’s stimmt? Wilhelm Busch hat im Jahr 1877 gereimt: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“. Einfach war es wohl nie. Und Sorgen haben sich Eltern immer gemacht. Aber sie hatten mehr Vertrauen, waren gelassener, optimistischer, entspannter, weil sie weniger unter Beobachtung und Druck standen. Alle hatten Kinder. Viele Kinder. Und das ist heute anders als früher.