Eine Niederlage mit Ansage

Edeka darf die 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte nicht übernehmen.
Edeka darf die 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte nicht übernehmen.
Foto: Martin Gerten
Was wir bereits wissen
Kartellamt befürchtet höhere Preise und weniger Wahlmöglichkeiten für Verbraucher. Deshalb stoppt sie Edekas Einkaufspläne. Die richtige Entscheidung.

Die Niederlage kam mit Ansage: Bereits im Februar hatte das Bundeskartellamt klar zu erkennen gegeben, dass die geplante Übernahme der rund 450 Kaiser´s Tengelmann-Filialen durch den Wettbewerber Edeka am Veto der Kartellwächter scheitern wird.

Was auch sonst?

Der Marktführer hätte durch den Kauf der Filialen in einigen Gebieten NRWs, Bayerns und Berlins seinen Marktanteil schlagartig um zehn Prozent und mehr erhöht. Nur Träumer konnten erwarten, dass das Bonner Amt diesem neuerlichen Konzen-trationsprozess im Lebensmitteleinzelhandel tatenlos zusieht.

Bereits heute vereinen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) rund 85 Prozent Marktanteil. Deren Lieferanten wissen ein Lied davon zu singen. Erstaunlich, wie locker Edeka und Tengelmann die eingeforderten Auflagen der Kartellwächter vom Tisch wischten und nur kleinere Zugeständnisse anboten.

Nein, mit dieser Halsstarrigkeit konnte aus der Übernahme nichts werden.

In Hamburg und Mülheim mag man jetzt auf die Gerichte oder eher noch auf eine Ministererlaubnis setzen. Gute Argumente für eine solche Sondergenehmigung der Politik aber sind rar.

Sicher: Das Arbeitsplatzargument zieht immer; Tengelmann und Edeka werden es vorbringen, weil defizitäre Filialen bedroht sind. Das Njet aus Bonn aber bleibt richtig – es schützt den Wettbewerb und die Verbraucher.