Bildungspolitik

Eine kurzsichtige Entscheidung

Mit der Übernahme der gesamten Kosten für das Bafög ab 2015 hatte der Bund die Länder jährlich um 1,2 Milliarden Euro entlastet.
Mit der Übernahme der gesamten Kosten für das Bafög ab 2015 hatte der Bund die Länder jährlich um 1,2 Milliarden Euro entlastet.
Foto: Marcel Kusch/dpa/Archiv

Die Studienlust scheint ungebrochen: 2,7 Millionen Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben – Rekord. Doch die Zahl der Professoren hält mit dieser von der Politik gewollten Entwicklung nicht Schritt.

7500 zusätzliche Hochschullehrer würden benötigt, um zumindest das Verhältnis von Professoren zu Studenten auf den Stand von 2010 zu bringen. Eine Folge der miserablen Betreuungsrelation gerade auch in NRW sind unter anderem die hohen Abbrecherzahlen.

Explizit fordert die Landesregierung von den Hochschulen, das zu verbessern. Mit den Millionen aus dem Bafög-Topf hätte sie die Unis konkret unterstützen können – eine vergebene Chance.

Von Kitas war nie die Rede

Sicher, auch Schulen und Kitas haben Unterstützung nötig. Auch das sind Bildungsausgaben. Hier investiert das Land gerade sehr viel Geld. Doch bei der Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund war vereinbart worden, die Mittel auch in Hochschulen zu investieren, von Kitas war keine Rede.

Wer mehr Engagement des Bundes in Bildungsfragen fordert – was die SPD seit Jahren vorbringt – sollte dem Bund nicht bei der ersten Gelegenheit wieder die Bildungshoheit der Länder unter die Nase reiben.

Das ist zwar formal richtig, aber unklug.