Eine harte, aber konsequente Entscheidung

Edeka darf die 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte nicht übernehmen.
Edeka darf die 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte nicht übernehmen.
Foto: Martin Gerten

Am Ende wird ein fauler Kompromiss stehen. Das Kaiser’s-Tengelmann-Filialnetz wird so unter die Wettbewerber aufgeteilt, dass Edeka, Nummer 1 im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, ein paar Läden zukaufen kann, aber keine marktbeherrschende Stellung erhält.

Und die mehr als 16.000 Kaiser’s-Tengelmann-Beschäftigten werden wohl weiter um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen.

Die Entscheidung der Kartellwächter ist hart, aber konsequent. Und sie war lange vorher absehbar. Viel zu oft hat die Behörde im Verlauf der Konzentration der Branche auf die vier Großen - Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit dem Discounter Lidl sowie Aldi, die sich mehr als vier Fünftel des Marktes teilen - ein Auge zugedrückt.

Nun muss sie die Reißleine ziehen, will sie nicht unglaubwürdig erscheinen.

Der Verbraucher verliert den Überblick

Denn die theoretisch ständig wachsende Gefahr von Preiserhöhungen - trotz Aldi und Lidl - und die schrumpfenden Auswahlmöglichkeiten für die Verbraucher sind ja nur die eine Seite. Markenartikelhersteller müssten in gleicher Weise die Einkaufsmacht des neuen Oligopols fürchten, von dem - im Gegensatz zur Mineralölindustrie - kaum jemand kritisch spricht.

Schließlich ist es für die Verbraucher fast unmöglich, den Überblick über die preislichen Veränderungen von tausenden Produkten zu behalten. Bei einer Handvoll Spritsorten gestaltet sich das einfacher.

Edeka und Tengelmann sollten jetzt nicht versuchen, eine Ministererlaubnis zu ihren Gunsten zu erzwingen. Das hat bisher immer zu bösem Blut geführt. Es gibt noch andere Branchen, in denen eine weitere Konzentration mehr schaden würde als nützen.