Eine Frage der Identität

Was wir bereits wissen
Von nationaler Identität war und ist in diesen Tagen in Deutschland häufig die Rede. Und leider nicht immer in jener angemessenen Tonlage, die es für dieses sensible Thema gerade hierzulande so dringend gebietet.

Von nationaler Identität war und ist in diesen Tagen in Deutschland häufig die Rede. Und leider nicht immer in jener angemessenen Tonlage, die es für dieses sensible Thema gerade hierzulande so dringend gebietet. Mit den Worten des Bundespräsidenten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sind dankenswert die historischen Dimensionen und die daraus abzuleitenden Überzeugungen wieder in den richtigen Gewissensfokus gerückt worden.

Im Bundestag sowie direkt in Auschwitz hat Joachim Gauck in bewegender Weise das richtige Gespür bewiesen. Mehr noch, er hat seine persönliche Betroffenheit authentisch formulieren können. Aus der geschichtlichen Perspektive ist die Situation ohnehin unstrittig. Auschwitz gehört zur deutschen Vergangenheit und muss für immer in der deutschen Gegenwart präsent bleiben. Die daraus resultierende Verpflichtung in der Innen- wie in der Außenpolitik ist dabei nicht nur eine Verantwortung für die Politikerinnen und Politiker, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger.

Am kollektiven wie am individuellen Umgang mit der Auschwitz-Schuld wird sich Deutschland, werden sich alle Deutschen gewissenhaft messen (lassen) müssen. Nur wer diese Verantwortung aufrichtig annimmt, kann begreifen, was deutsche Identität wirklich bedeutet.