Eine Frage der Ehre

Frankreichs Präsident Francois Hollande mit Kanzlerin Angela Merkel. Er soll sich intern wenig diplomatisch über sie geäußert haben.
Frankreichs Präsident Francois Hollande mit Kanzlerin Angela Merkel. Er soll sich intern wenig diplomatisch über sie geäußert haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Ehre Frankreichs ist durch den NSA-Lauschangriff auf drei französische Präsidenten ebenso erheblich beschädigt wie das Verhältnis zu den USA.

Die Grande Nation ist sich - so zerstritten sie sich gegenwärtig darstellt - ganz schnell einig, wenn es um die Ehre geht. Die Ehre Frankreichs. Und die ist durch den NSA-Lauschangriff auf drei französische Präsidenten ebenso erheblich beschädigt wie das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten.

Damit ist der Spionageskandal endgültig im Bewusstsein der meisten Franzosen angekommen. Vorher hatte es offensichtlich immer nur die anderen getroffen. Die Wut über den Vertrauensverlust ist verständlich. Washington wird sich peinliche Fragen gefallen lassen müssen - ähnliche wie die, die vor zwei Jahren aus Deutschland kamen.

Darum geht es im Kern - inhaltlich sind die Erkenntnisse der NSA-Späher zu vernachlässigen. Dass Nicolas Sarkozy ein eitler Gockel ist, der nur sich selbst die Lösung der Finanzkrise zutraut - wen wundert es? Dass sich Präsident Hollande despektierlich über die schier übermächtige Angela Merkel äußert - geschenkt. Es geht ums Prinzip. Unter Freunden macht man so etwas nicht.

Apropos Freunde: Hatte nicht der Bundesnachrichtendienst der NSA beim Spähen geholfen? Auch hier wird es peinliche Fragen geben.