Eine bombige Geschichte: Stau für nichts vor Soest

Stau. Freitag. Montag. Mittwoch. Egal. Autofahrer quälen sich über 5,3 Kilometer. Zwischen dem Autobahnkreuz Werl und der Anschlussstelle Soest soll die Betonfahrbahn in Teilen in beiden Fahrtrichtungen erneuert werden. So das Ziel. Anfang Mai ist die Baustelle eingerichtet worden. Passiert ist wenig. Das Protokoll der Augenzeugen, die diese Strecke täglich passieren, ist ernüchternd: Es tut sich nichts, es tut sich was, es tut sich nichts. Wenig Bewegung, viel Stillstand.

Ein Skandal. Täglich sind in diesem Abschnitt mehr als 50 000 Fahrzeuge unterwegs. Im Schleichtempo. Über Wochen. Die Autofahrer müssen das ausbaden, was Straßen NRW, Bezirksregierung Arnsberg und die Straßenbaufirma verbocken. Der Laie beißt ins Lenkrad, wenn er sich Details vor Augen führt.

Es wird also eine Baustelle über Monate eingerichtet, ohne alle notwendigen Genehmigungen einzuholen. So fehlt die Bescheinigung der Bezirksregierung darüber, dass der Abschnitt keine bombigen Überraschungen aus dem Zweiten Weltkrieg bereithält. Vorher geht kein Stück Beton zu Bruch. Und es bekommt die Baufirma den 7,1-Millionen-Euro-Auftrag, die bundesweit durch, sagen wir einmal, schleppende Vorgehensweise auffällt. Ihre Mitarbeiter machen drei Wochen am Stück einen großen Bogen um die A 44. Unsäglich.

So stellt sich der Laie organisierte Verantwortungslosigkeit vor. Und für den wirtschaftlichen Schaden haftet niemand. Eine Stunde Zeitverlust im Stau setzen Wissenschaftler mit 35 Euro und mehr an. All das schreit nach einem seriösen Baustellenmanagement im Land. Die CDU im Landtag fordert das. Zu Recht. Stau für nichts ist kein Zustand.