Eine beachtliche Dominanz

Ein Start-Ziel-Sieg. Im Sport selten, in der Politik erst recht. Die Dominanz von Olaf Scholz und seiner SPD bei der Hamburg-Wahl ist beachtlich: Rund 47 Prozent, absolute Mehrheit in Sichtweite - das ist, ja, was denn? Irgendwie Retro. Dass es sie noch gibt, die guten alten Mehrheiten! Es war eine Persönlichkeitswahl. Das bewies auch Katja Suding. Ihre effekthascherische Kampagne hat sich ausgezahlt. Noch vor zwei, drei Monaten hätte kaum jemand der FDP den Wiedereinzug in die Bürgerschaft zugetraut. Wer nach Signalen für den Bund sucht, der sollte bei der FDP anfangen: Hurra, wir leben noch!

Tausendmal erklärt, tausendmal ist nichts passiert. Die Rede ist von der CDU-Schwäche in den Metropolen. Seit dem Rücktritt von Ole von Beust hat die Partei nie mehr Tritt gefasst. Ihr Wahlergebnis ist ein Desaster.

Wetten, dass Olaf Scholz bald als Kanzlerkandidat gehandelt wird? Sein Erfolg ist indes nur bedingt auf die Bundes-SPD übertragbar. Scholz selbst wirkt am stärksten in Hamburg. Der Mann sollte sich nicht aufs Glatteis führen lassen. Er wird aber auch clever genug sein, um nicht wie Hannelore Kraft in NRW „Ich gehe nie, nie nach Berlin zu rufen“. Aus diesem Sieg erwächst Einfluss, und den gilt es auch optimal zu nutzen.

Die Linke etabliert sich. Der Erfolg der AfD hat Signalwirkung. Die Grünen - man staunt - sind fast auf Augenhöhe mit der CDU. Es werden indes keine einfachen Verhandlungen. Mit Scholz.