Ein starkes Bekenntnis gegen das Alleinsein

Bundespräsident Joachim Gauck fand beim Trauergottesdienst im Kölner Dom die vielleicht bestmöglichen Worte: „Bis der Trost wirklich tröstet, hilft oft nur das Wissen und das Gefühl, nicht allein zu sein.“

Bundespräsident Joachim Gauck fand beim Trauergottesdienst im Kölner Dom die vielleicht bestmöglichen Worte: „Bis der Trost wirklich tröstet, hilft oft nur das Wissen und das Gefühl, nicht allein zu sein.“ Und wenn denn dieser ökumenische Gottesdienst und der anschließende Trauerakt für die Opfer des Flugzeugabsturzes einen Sinn gehabt haben, dann wohl den, ein Zeichen gegen die Einsamkeit in der Trauer zu setzen.

Gut und ehrlich auch die Formulierungen der Theologen. Fast zornig, förmlich mit der Kraft eines Hiob, formulierte Präses Annette Kurschus: „Gott selbst muss einstehen für das, was geschehen ist und was er hat geschehen lassen!“. Kardinal Rainer Maria Woelki: „Es gibt keine theoretische Antwort auf das schreckliche Unglück.“ Vielleicht war es gerade diese aufrichtige Hilflosigkeit der Gottesleute, die hier mehr Trost spenden konnte als eine verklärende Kanzelrede hoch und fern über die gebrochenen Herzen hinweg.

Ja, es war im christlichen Sinne auch gut und richtig, demonstrativ die 150. Kerze für den so ungeheuerlich schuldbeladenen Copiloten im Dom anzuzünden. Das hatte nichts mit irdischer Vergebung zu tun, wohl aber etwas mit einer Hoffnung auf göttliches Erbarmen - nicht zuletzt auch für seine verzweifelten Angehörigen.

Und schließlich die kleinen hölzernen Engel. Dort, wo noch kein Sarg zum Abschiednehmen stand, boten sie einen Halt, der nun eine Form hatte, eine Figur darstellte, der zum unmittelbaren Greifen und Betasten war.

„Das Wissen und das Gefühl, nicht allein zu sein“: Diesem Anspruch wurde die Trauerfeier gerecht.
Vielleicht nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE