Ein Schnellschuss hilft niemandem

Seit fünf Jahren bewertet der Pflege-TÜV die Qualität. Doch Betroffene sagen: Ausgerechnet das Notensystem erschwert gute Pflege.
Seit fünf Jahren bewertet der Pflege-TÜV die Qualität. Doch Betroffene sagen: Ausgerechnet das Notensystem erschwert gute Pflege.
Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration

Die Schulnoten zur Bewertung von Pflegediensten und -heimen taugen nichts. Die mehr als 12 000 geprüften Einrichtungen schneiden trotz teils eklatanter Mängel im Schnitt mit „sehr gut“ ab. Woran das liegt? Schlechte Zustände im pflegerischen Bereich können durch eine gute Anbindung an den Nahverkehr ausgeglichen werden – oder durch eine nett gestaltete Speisekarte. Von einer aussagekräftigen Bewertung kann keine Rede sein.

Darum wollte Pflege-Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) die Noten ab 2016 abschaffen. Daraus wird nun nichts, mangels sinnvoller Alternativen. So ärgerlich das für Betroffene ist, es ist die richtige Entscheidung. Ein Schnellschuss hilft niemandem. Soll der Pflege-TÜV seinem Namen Ehre machen, muss er auf einem durchdachten Fundament stehen. Das bedeutet allerdings auch: Wer sich über ein Pflegeheim informieren will, hat weiter schlechte Karten – bis mindestens 2018.