Ein paar gute Nachrichten in einer unguten Zeit

Was wir bereits wissen
Gefangenenaustausch und Waffenabzug! Das Flämmchen Hoffnung bekommt zaghaft neue Nahrung. Es ist die eigene Hilflosigkeit, die Ohnmacht, die uns so erschreckt.

Endlich! Endlich einmal ein paar gute Nachrichten aus der Ostukraine. Gefangenenaustausch und die Aussicht auf einen gewissen Waffenabzug auf beiden Seiten. Fast hätten wir die Hoffnung darauf schon aufgegeben – ohne zu wissen, was noch hätte passieren können. Und was vielleicht trotzdem passieren wird.

Unser Vertrauen in den Friedenswillen der beteiligten Gegner vor Ort ist längst aufgebraucht, und auch die vermeintlich besseren Signale können unsere Skepsis nicht wirklich beruhigen. Es ist vor allem die ältere Generation, also jene Frauen und Männer, die den Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt haben, die in diesen Wochen und Monaten in banger Erinnerung gen Osten blicken. Wird sich, kann sich das Grauen von damals wiederholen? Kann es uns noch einmal einholen?

Gefangenenaustausch und Waffenabzug! Das Flämmchen Hoffnung bekommt zaghaft neue Nahrung. Es ist die eigene Hilflosigkeit, die Ohnmacht, die uns so erschreckt. Hatten wir nach dem Fall der Mauer nicht alle vom ganz großen Frieden geträumt? Hatten wir nicht fest daran geglaubt, dass nun eine düstere Epoche des heißen und des kalten Krieges einem neuen Miteinander für immer weichen würde?

Wir stehen vor den Trümmern unserer Zuversicht und müssen bekennen, dass noch immer die Welt von Einzelnen aus den Angeln gehoben werden kann, ja auch tatsächlich gehoben wird. Und wir wissen, dass die ansatzweise guten Nachrichten morgen schon wieder blutige Makulatur sein können. Entwickelt sich die Zivilisation wirklich weiter, oder dreht sie sich doch nur im Kreis? Mit moderner Technik aber den immer gleichen Unzulänglichkeiten der Menschen?