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Meinung

Ein kulturelles Missverständnis

20.09.2012 | 19:41 Uhr
Ein kulturelles Missverständnis
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die Plakataktion gegen die Radikalisierung von Moslems gestopptFoto: dapd
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Es ist grotesk: Der Bundesinnenminister startet eine Aktion, um der Radikalisierung von Jugendlichen vorzubeugen, knickt aber just vor den radikalen Kräften ein und verkneift sich die Kampagne aus Angst vor Anschlägen.

Innenminister Hans-Peter Friedrich handelt besonnen – Deeskalation ist das Gebot der Stunde – , aber er handelt zu spät. Die Plakat-Aktion war von vornherein Murks. Wer Muslime als Partner gewinnen will, muss Sprache und Stilmittel so wählen, dass sie sich angesprochen fühlen.

Es ist ein kulturelles Missverständnis. In Europa hat die Kirche an Autorität verloren, und Satire darf alles. Dabei ist die Botschaft der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ nicht mal falsch. Sie zeigt einen Muslim im Rollstuhl und einen Juden – mit der Zeile, man dürfe sich über sie nicht lustig machen. Das Bild ist eine Anspielung auf den Film „Ziemlich beste Freunde“, und der Titel spiegelt den befangenen Umgang wider.

Wie geht man mit ihnen um? Die Antwort ist einfach: mit Respekt. Das Mohammed-Cover von „Titanic“ etwa dient einem Zweck: dem Verkauf. Der Zweck aber heiligt nicht die Mittel.

Miguel Sanches

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