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Kuba

Ein Exodus droht

16.10.2012 | 21:36 Uhr

Wenn sich auf Kuba Bedeutsames tut, schaut TV-Amerika auf „Versailles“. Das gleichnamige Café in Miami ist der Marktplatz von Little Havanna, die Hochburg der konservativen Exil-Insulaner und Fidel Castro-Hasser. Gestern flossen dort vor laufenden Fernsehkameras die Tränen. Die ab Januar geltende Reisefreiheit für elf Millionen Kubaner ist nach 50 Jahren Quarantäne ein historischer Grund zur Freude. Raúl Castro, seit Fidel der starke Mann, beugt sich einer Wahrheit, die schon Erich Honecker lernen musste: Ein Volk lässt sich nicht ewig einsperren. Mit der Abschaffung der verhassten „carta blanca“, der weißen Karte, die für unerschwingliche 150 Dollar gekauft werden musste, um das Land für kurze Zeit verlassen zu können, geht die Führung ein großes Risiko ein. Auch wenn sie weiter inhuman ist und wichtiges Humankapital (Ärzte, Ingenieure, Lehrer) und wohl auch Oppositionelle von den Lockerungen ausnimmt. Kommt die Wir-wollen-raus-Welle einmal richtig ins Rollen, ist ein Exodus nicht auszuschließen. Die USA werden dabei diskret mithelfen.

Dirk Hautkapp


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